Wie gross ist Dein innerer Schweinehund?

Nein, ich bin nicht in der Midlife-Crisis, liebe Weiber. Und gleich nochmals nein. Das ist kein kurzfristiger Furz, liebe Neider.

Nach einer 20jährigen Raucherkarriere unter dem Regime meines damals so heissgeliebten inneren Scheinhunds fasste ich den Entschluss Nichtraucher zu werden. Ich habe das immer vor mir hergeschoben und dann ein einziges Mal die mutige Entscheidung getroffen. Meine Motivation waren unsere Kinder. Darauf folgten 10 Kilo plus und ein besserer Geschmackssinn. Die Kilos mussten runter und der Geschmackssinn stimulierte mein Verlangen nach hochwertigeren Lebensmitteln und gesünderer Ernährung.

So folgten dann im Sommer 2006 erste “Gehversuche”, welche nach 5km mit Schmerzen im Schienbein und Atemlosigkeit endeten. Inzwischen habe ich zielorientiert gearbeitet und peitsche meinen inneren Schweinehund durch die übelsten Gegenden. Das bisher grösste Grenzerfahrung war die Duathlon-Langdistanz auf der Zofinger-Strecke.

Ein guter Freund von mir – Marathonfinisher unter 3 Stunden – sagte einmal: Weisst Du, es ist schon faszinierend. Alle die hier sind arbeiten an ihrem Limit. Egal, ob sie zu den schnellsten gehören oder einfach nur ihre letztjährige Zeit schlagen wollen. Und genau darum geht’s.

“Es geht um den Kampf gegen diese leise, fiese innere Stimme, die will, dass Du aufgibst. Es ist der Kampf mit Deinem inneren Schweinehund.”

Und wie immer im Leben haben wir zwei Möglichkeiten: den bequemen Weg und den harten. Andy Kirkpatrick, ein ziemlich extremer Typ und Autor des Buches Psycho Vertical sagte: “The reasons I climb, and the climbs I do, are about more than distance or altitude, they are about breaking barriers within myself”. Ich glaube, dass das den Unterschied ausmacht. In meiner kurzen Zeit als inzwischen ambitionierter Freizeitsportler habe ich viele verbissene und verrückte Figuren kennengelernt. Aber wer sie sind ist eigentlich sekundär. Auch was der Sport aus ihnen gemacht hat ist nicht wichtig. Viel wichtiger scheint mir, dass sie bereit sind in ihrem Leben etwas zu bewegen – sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen.

Die beiden hier auf dem Bild spielen in der Top-Liga und verdienen mit diesem “verrückten Blödsinn” ihr Geld: Ronnie Schildknecht (hält den nordamerikanischen Rekord über die Ironman-Distanz) und Caroline Steffen (Seit 2 Jahren die ganz grosse Nummer im Frauentriathlon mit 6 gewonnenen Top Wettkämpfen alleine im 2011 – 20’000 Trainingskilometer und 1’500 Wettkampfkilometer im 2011!)

Der Blog berichtet darüber, was ich sportlich so alles erlebe und noch erleben möchte. Er erzählt von meinen Zielen, meinen Trainings, meinen Erfahrungen und Erkenntnissen. Aber auch von all dem, was Dir passieren kann, wenn Du für Deine Kinder ein Vorbild oder gar ein Held sein willst. Wobei sich meine zwei Kleinen mehr Pokale und Medaillen geholt haben als ich. Vielleicht funktioniert sie ja doch, die Sache mit dem Vorbild.

Und noch was. Es geht einzig und allein ums Finnischen, das Erreichen Deines Ziels und den Triumpf über Deinen inneren Schweinehund. Und dann, dann wird es wirklich unbequem. Denn jetzt muss die Messlatte rauf und das Tierchen im Bauch noch mehr gereizt und besiegt werden. Nur solange wir das tun, entwickeln wir uns weiter. Und genau in dieser Situation befinde ich mich heute – in der Saison 2012.

4 Antworten “Wie gross ist Dein innerer Schweinehund?” →
  1. Servus,
    dein Blog ist ein echter Knaller! Mancher Beitrag zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und mancher das pure Entsetzen. Deine Art zu Schreiben gefällt mir extrem und extrem sind auch deine Leistungssteigerungen, die du deinem Körper abverlangst.
    Ich lass mal an dieser Stelle schöne Grüße hier und wünsch dir viel Erfolg beim Umsetzen deiner Träume!
    Und eins ist klar: “Wenn du Ziele erreichen möchtest, die du noch nie erreicht hast, mußt du trainieren wie du es noch nie gemacht hast!”
    SG von Go Long Tom aus Pucking, Oberösterreich
    http://thomasbravo.wordpress.com/

    Antwort
    • Danke Tom, Dein Kommentar freut mich. Ich stelle fest, dass viele Athleten schon viele dieser Themen uns Situationen erlebt bzw. durchlaufen haben. Und manchmal denke ich mir, was passiert mit den Learnings? Werden die nicht weitergegeben? Nehmen wir die Punkte nicht auf? Oder bringt es etwa gar nichts, sich auf diese Probleme vorzubereiten bzw. einzustellen? Eigentlich ein gutes Thema für den Blog. Irgendwann. Übrigens, Dein Blog gefällt mir auch. Muss mich aber noch ein wenig einlesen. Bis bald mit sportlichem Gruss, Patrick

      Antwort
  2. Danke nochmals für deine netten Worte! Dein neues Blogdesign gefällt mir ausgesprochen gut. LG Tom

    Antwort
1 Trackback für diesen Artikel
  1. 2010 in review « ABENTEUER LANGDISTANZ: POWERMAN, IRONMAN …

    [...] ÜBER MICH [...]

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